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Infantile Zerebralparese (ICP) und Therapie

Begriffserklärung

Mit dem Begriff infantile Zerebralparese (infantil = kindlich - zerebral = im Gehirn - Parese = Lähmung) werden Körperbehinderungen zusammengefasst, deren Ursache in Störungen der Entwicklung im Mutterleib und durch Geburtskomplikationen entstanden sind. Bei der infantilen Zerebralparese liegt immer ein Schaden am Gehirn zu Grunde, der so genannte Geburtsschaden.


Häufigkeit

Ungefähr 1,5 Promille aller Kinder sind von der infantilen Zerebralparese betroffen. In den meisten Fällen ist das Ergebnis der infantilen Zerebralparese eine Lähmung im Sinne der spastischen Tetraplegie, Diplegie oder Hemiplegie, die auch noch mit anderen Bewegungsstörungen kombiniert sein können. Die infantile Zerebralparese ist also gar nicht selten. Unbestätigte Schätzungen sprechen von rund 135.000 Kindern mit infantiler Zerebralparese zusammen mit den anderen Körperbehinderungen, die aufgrund von Veränderungen des Erbgutes, Stoffwechselstörungen etc. entstanden sind.


Gibt es eine grundlegende Therapie oder Behandlung der infantilen Zerebralparese?

Eine Therapie, die den Hirnschaden lindern oder rückgängig machen könnte, existiert nicht. Die traditionelle Behandlung beschränkt sich darauf, die vorhandenen Möglichkeiten des betroffenen Kindes bestmöglich zu fördern und vor allen Dingen Verschlechterungen der Funktion der Muskulatur, der Knochen und Gelenke während des Heranwachsens zu verhindern.

Die Körperbehinderung der Kinder mit infantiler Zerebralparese und Bewegungsstörungen anderer Ursachen ist aber in aller Regel nicht nur das Ergebnis des Hirnschaden. Wenn das zentrale Nervensystem nicht in der Lage ist, die Muskulatur ausreichend zu steuern, kommt es neben der Spastizität auch zu anderen Veränderungen der Muskulatur. Hier ist vor allen Dingen die Steifigkeit von Muskeln zu nennen, die wiederum Einflüsse auf die Grundspannung und die Spastizität der Muskeln hat. Diese Veränderungen sind der Therapie durch verschiedene Bestandteile unserer Komplexbehandlung grundsätzlich zugänglich. Die Behandlung wendet sich also nicht an den Hirnschaden, sondern an die erst in zweiter Linie entstehenden Veränderungen der Muskulatur.


Therapien und Behandlungen

Es hat sich gezeigt, dass die Behandlung der in zweiter Linie entstandenen Störungen der Muskulatur bei infantiler Zerebralparese durch zum Beispiel die Komplexbehandlung lohnend ist (siehe Literaturverzeichnis). Einerseits ist durch Therapien durchaus eine Förderung der Bewegungsmöglichkeiten der Kinder möglich, andererseits bedürfen die älteren Kinder und Erwachsenen einer ununterbrochenen lebenslangen Behandlung der Muskulatur und der Gelenke, um die schädliche gegenseitige Beeinflussung von muskulärer Steifigkeit, Störung der Grundspannung und Entstehung verstärkter spastischer Reaktionen immer wieder soweit als möglich zurückzudrängen.


Zeitaufwand

Es hat sich im Laufe der Zeit erwiesen, dass zur Behandlung der infantilen Zerebralparese, aber auch der anderen Bewegungsstörungen eine Behandlung von 2 bis 3 Wochen Dauer besonders günstig ist.


Weitere Informationsmöglichkeiten:

http://www.rehakids.de/phpBB2/search.php?mode=results

http://www.onmeda.de/krankheiten/infantile_zerebralparese.html?p=1

www.kindernetzwerk.de

Ambulanz für Manuelle Medizin - Zentrum für Bewegungsstörungen
Thürachstraße 10 - D-79189 Bad Krozingen
Tel: +49 (0) 7633-408-836, Fax: +49 (0) 7633-408-842,